Hunde und Drohnen bleiben in Naturschutzgebieten an der Leine

Hunde müssen in Naturschutzgebieten generell angeleint bleiben und

freilaufende Hunde am Strand des NSG Hörnum Odde- bisher nur per Gebietsverordnung, nun  per Gesetz klar verboten.

freilaufende Hunde am Strand des NSG Hörnum Odde- bisher nur per Gebietsverordnung, nun per Gesetz klar verboten.

Drohnenflüge werden in NSGs nicht mehr genehmigt.

In der gestrigen Sitzung des Landschaftszwckverbandes erläuterte Franz Bramrink von der Kreis-Naturschutzbehörde diese und andere Klarstellungen, die eine Novellierung des Landesnatur-schutzgesetzes vom 27.Mai 2016 mit sich gebracht hat*.

“Wir haben kein neues Gesetz”, so Bramrink, “aber vieles ist klarer formuliert und vereinfacht Arbeitsabläufe für Behörden und Antragsteller.”

So gab es beispielsweise für die Anleinpflicht von Hunden zahlreiche “wenn, dann” Formulierungen in unterschiedlichsten Schutzgebietsverordnungen, die nun per Gesetz klargezogen und vereinheitlich wurden. In den vergangenen Jahren wurde die Kreisbehörde von Anträgen zur Genehmigung von Drohnenflügen buchstäblich überschüttet  und musste jeweils zahlreiche Bedingungen abwägen. Nun ist klare Kante: keine Drohnenflüge in Naturschutzgebieten. Das gilt ab sofort.

Wer die Situationen in den Sylter Gebieten kennt wird gespannt sein, wer die neuen Regelungen des Landesnaturschutzgesetzes wohl wie kontrollieren und umsetzen wird. So bedeutet das beispielsweise für das Naturschutzgebiet Hörnum Odde ein “Aus” für freilaufende Hunde am Strand und keine regelmässigen Luftbilder mehr von der Entwicklung der Odde.

Eine weitere Neuerung des Gesetzes ist die Einführung einer bisher nicht gekannten Biotopkategorie: “arten-und strukturreiches Dauergrünland”.

“Davon gibt es auf Sylt mehr, als im restlichen Kreisgebiet”, erläuterte Franz Bramrink. Was das Biotop genau auszeichnet können eigentlich nur Fachleute erkennen. Eine Kartierung für Sylt mit den entsprechenden zu schützenden Flächen (hauptsächlich in Sylt Ost) liegt dem Landschaftszweckverband vor.

Ein weiterer interessanter Punkt der Sitzung war die Frage, ob der Landschaftszweckverband ein Modellprojekt “autonomes Fahren” für Sylt begrüssen solle. Nach einer ausführlichen Diskussion stimmten die Mitglieder bei einer Enthaltung dafür.

Lothar Koch wies für die Sylter Grünen darauf hin, daß der Landschaftszweckverband endlich für ein umfassenderes Modellprojekt zu alternativen Verkehrsmitteln und für ein insulares Verkehrskonzept eintreten müsse, statt immer wieder neu über kleinteilige Initiativen in dieser Richtung zu diskutieren.

“Wir werden sicherlich bald große Probleme mit dem Aufkommen von ungeübten, schnellen E-Bikes auf unseren schmalen Radwegen bekommen”, so Koch. Ein umfassendes Verkehrskonzept, das mit Perspektive auf  2020 alle neuen technischen Entwicklungsmöglichkeiten einmal bewertet und im Zusammenspiel für die Insel zuschneidet, sowie die Nutzung bestehender Strassen überdenkt, wäre bitter nötig, sagte der Autor des Zukunftsromans “Syltopia”.

Eine Unterstützung von autonom fahrenden Bussen oder Bahnen würde für ihn nur dann Sinn machen, wenn das zu einer realen Reduktion des Individualverkehrs führen würde.

Lothar Koch

* eine Broschüre zum novellierten Gesetz ist bei den Behörden erhältlich. Interessant daran ist, daß dort auch das Zusammenwirken mit dem Bundesnaturschutzgesetz gut dargestellt wird.

Hörnum Odde: Keine grüne Phantasien aus Kiel

IMG_1686Der Grüne Umweltminister Robert Habeck hat über seinen Abteilungsleiter für Küstenschutz im Ministerium auf einen Hilferuf-Brief der Gemeinde Hörnum zur Odde- Problematik antworten lassen.

KOMMENTAR

Die Signale aus Kiel in Hinblick auf die Hörnum Odde klingen enttäuschend: Trotz Strategie 2100, Odde Thing und mehrerer Gespräche mit Naturschutzverbänden keine klare Willensäusserung im pro Naturschutzgebiet. Liegt das an der reinen Küstenschutzperspektive, die nahezu ausschließlich dargelegt wird? Vom zuständigen Landesamt für Naturschutz ist zur Sache nichts zu hören und die Nationalparkverwaltung ist dem Amtsleiter untergeordnet, die hier den Küstenschutz mit Beton(-denken) vertritt. Fehlt es an Geld oder auch an Phantasie die kostbare Landschaft Sylts zu erhalten? Auf die Frage, was denn schlußendlich passieren soll, wenn die Dünen endgültig aufgerieben sind, heißt es nur kryptisch „Wir haben Pläne in der Schublade, äußern uns aber nicht dazu“. Das bringt Verunsicherung und läßt innere Bilder von Betongürteln und -buhnen südlich des Hörnumer Leuchtturms entstehen. So eine Lösung wäre dann der „Worst Case“ für Hörnum und die Insel Sylt als touristische Marke. Vielleicht wird es aber auch ein häßlich schwarzer Deich, so wie der neue in List? Oder gelingt eine naturnähere Lösung mit einer künstlichen Düne? Nichts Genaues weiss man nicht. Man muss noch forschen. Ein Eingeständnis des LKNs, daß küstenschutztechnische Fehlentscheidungen der Vergangenheit (Tetrapoden für die Ferienhäuser) den Abtrag im NSG (FFH-Gebiet) beschleunigt haben, wird vermieden- das könnte möglicherweise nach europäischem Recht und dem Verursacherprinzip Regressforderungen ans Amt zu Folge haben.

Derweil lösen sich die uralten Heidedünen im Naturschutzgebiet weiter auf und die Immobilienmakler und Häuslebesitzer in der Kersigsiedlung reiben sich die Hände, weil gut geschützt hinter dem Betonwall die Preise wieder steigen. Das Naturschutzgebiet muss sich anpassen, heisst es in dem Schreiben.

LOTHAR KOCH

Hörnum Odde: Eine Frage der Wertschätzung von Naturlandschaft

Wie hätten Sie die Südspitze gern? So?.....

Kommt so ein ähnlicher worst Case auf die Sylter Südspitze zu?  (Fotomontage)

Jeder Sturm, auch der, der dieser Tage wieder über Sylt fegt, läßt das Naturschutzgebiet Hörnum Odde weiter schrumpfen. Die Zeit läuft- wenn der Worst Case, ein Totalverlust des Naturgebietes mit Betonersatz, verhindert werden soll, müssen bald Entscheidungen auf höchster Ebene getroffen werden.

Diese Einschätzung resultiert aus dem vergangene Woche auf Sylt veranstalteten “Odde-Thing”. Erneut war die Kernbotschaft des zuständigen LKN-Chefs Dr. Oelerich: “Wir behalten vorerst unsere Strategie bei. Wir beobachten die Situation und schützen lediglich den Siedlungsbereich solange wir keinen anderslautenden Auftrag haben. Was wir tun, wenn die Dünen weggespült sind, teilen wir öffentlich derzeit nicht mit.” (sinngemäss zitiert)

Wer aber soll diesen Auftrag, auch das Naturschutzgebiet zu erhalten denn erteilen? Dr. Oelerich ist ja auch für den Nationalpark, also die Naturbelange im Wattenmeer zuständig. Bei näherem Hinschauen wird klar, daß die Nationalparkverwaltung für das Naturschutzgebiet Hörnum Odde jedoch nicht zuständig ist, sonders das Landesamt für Naturschutz (LANU) mit seiner untergeordneten Behörde im Kreis Nordfriesland. Von den zuständigen amtlichen Naturschützern ist zum Thema Hörnum Odde jedoch bislang rein gar nichts zu hören. Der “Küstenschutzdenke” fehlt also offensichtlich ein starker Gegenpart: die “Naturschutzdenke”.

Letztere konnte noch vor dem Odde-Thing, auch durch die Aktivitäten dieses Blogs, zumindest verbandspolitisch aktiviert werden. Die Schutzstation Wattenmeer (Gebietsbetreuer), der NABU, der WWF, der Verein Jordsand und die Naturschutzgemeinschaft Sylt einigten sich auf eine gemeinsame Stellungnahme, die für den längsmöglichen Erhalt des Naturschutzgebietes plädiert und  Extra-Sandvorspülungen vorschlägt. Derzeit führen Vertreter der Verbände Gespräche dazu mit dem LKN und dem Ministerium für Umwelt …des Landes Schleswig-Holstein (MELUR). Es besteht also noch Hoffnung!

Schlußendlich ist der Grüne Umweltminister Robert Habeck gefragt. Wird er, anders als seine Ämter, den größeren Gesamtschaden sehen, der für die Insel Sylt resultiert, wenn an der Odde nicht naturnah eingegriffen wird? : Verlust von potentiellen Robbenrastplätzen, Verlust von Jahrhunderte alten Heidedünen, Verlust von Landschaftsästhetik, Verlust eines der beliebtesten touristischen Ausflugsziele der Insel, Verlust von Sylter Heimat.

Was ist uns die Natur wert? Eine philosophische Frage, die der Philosoph Robert Habeck gern öffentlich in Bezug auf das Naturschutzgebiet Hörnum Odde beantworten sollte.

Link zum Video über den Odde-Thing von Kai Klint
Gemeinsames Papier der Verbände: Odde-Gedanken_WWF_SW_NSG_VJ_NABU

Dünenheide im NSG Hörnum Odde

Dünenheide im NSG Hörnum Odde

LOTHAR KOCH

Syltzeit mit Lothar Koch bei SYLT1 TV

Hier gibt es die Syltzeit mit Lothar Koch zu sehen:

Syltzeit http://www.sylt1.tv/mediathek/syltzeit-mit-lothar-koch/

Themen: Biografie, Syltopia, Gastronomie, Bebauung, Verkehr, Hörnum Odde, Zukunft von Sylt

Odde Thing: Hingehen und Naturlandschaft an der Südspitze erhalten!

Dünenheide im NSG Hörnum Odde

Dünenheide im NSG Hörnum Odde (Dez.2015)

Für den 22.1. um 17 Uhr lädt der Sylter Heimatverein Sölring Foriining zum “Odde Thing” in den Gemeindesaal Hörnum.

Dort sollen mit Hilfe von Experten auf dem Podium Argumente ausgetauscht werden, wie die Entwicklung des Naturschutzgebietes Hörnum Odde von verschiedenen Seiten gesehen wird. Die Zusammensetzung des Podiums läßt darauf schliessen, daß die Vertreter eines “Küsten-schutzes mit starren Bauwerken” die Mehrheit haben. Zugegen ist auch Dr. Oelerich, der als Chef des Landesamtes für Meeres-und Küstenschutz…(LKN) verantwortlich für die bisherige Strategie mit Tetrapoden an der Odde ist, die zu starken Abbrüchen des Naturschutzgebietes geführt hat.

Wie hätten Sie die Südspitze gern? So?.....

Wie hätten Sie die Südspitze gern? So ähnlich?…..

Deshalb möge jeder der kann und  dem etwas an der Naturlandschaft Hörnum Odde liegt zum Thing gehen, um seine Betroffenheit zu äußern! Ziel des Naturschutzes muß es sein, eine Vernichtung des NSGs und eine Betonnierung der Südspitze zu verhindern. Möglichkeiten gäbe es (s. andere Beiträge zur Hörnum Odde in diesem Blog)- es ist jedoch eine Frage des politischen Willens, Geld dafür auszugeben.

Stellen Sie doch einige wichtige Fragen an das Podium:

...oder so? (Luftbild Heyse/shz)

…oder so ähnlich? (Luftbild Heyse/shz)

Inwieweit spiel(t)en Belange des Naturschutzes bei der Küstenschutzplanung an der Hörnum Odde eine Rolle?

Wie will der Heimatverein Sölring Foriining den Erhalt der Hörnumer Südspitz-Landschaft sicherstellen (ein Stück liebgewonnene Heimat)?

Sind die Bedenken hinsichtlich des Wellenbrechers von 2014 geprüft worden, wie sie in einer Petition und in Stellungnahmen von Naturschutzverbänden beschrieben werden? Was ist die Begründung, daß ein Umlagern der Tetrapoden in diesem Sinne nicht versucht wird?

Wie beurteilt das LKN den Effekt von stärkeren, bzw vermehrten Sandaufspülungen für das Naturschutzgebiet vor dem Hintergrund der neuen “Strategie Wattenmeer 2100″?

Was genau ist die Planung des LKN in Hinblick auf eine Ortssicherung an der Basis des Naturschutzgebiet, wenn die Reste der Dünen doch weggespült würden. Mit welchen Materialien und Techniken würde hier vorgegangen? Ab welchem Erosionsgrad der Odde würde so eine Maßnahmenplanung beginnen und umgesetzt werden müssen?

Wie teuer kämen Deckwerkmaßnahmen zum Schutz der Südspitze nahe des Leuchtturms in dem Fall? Wie hoch wären die Verluste für die Gemeinde und die Insel, wenn das Ausflugsziel Südspitze wegfallen würde?

Wie lange wollen Sie mit Handeln für das NSG noch warten?

Geben Sie am 22.1. ab 17 Uhr in Hörnum  Ihr starkes Votum pro Naturlandschaft Sylt ab!

LOTHAR KOCH

Robbenschutz im Naturschutzgebiet Hörnum Odde

In letzter Zeit sieht man häufiger junge Robben am Strand des Naturschutzgebietes Hörnum Odde rasten. Grund sind einerseits die wachsenden Robbenbestände, andererseits die ideale Form der Südspitze. Robben rasten bevorzugt an steilen Stränden, wo sie sich schnell ins Wasser begeben können. Im Video wird eine Bestimmungshilfe zur Unterscheidung erklärt.

 

Gesunde Robben nutzen den West-und Oststrand des Naturschutzgebietes vermutlich überwiegend Nachts wenn kein Spaziergängerverkehr herrscht. Tagsüber rastende Tiere sind eher erschöpft oder verletzt, suchen trotz der Störungen Zuflucht und sind deswegen nicht fluchtbereit- oder fähig. In dem Fall richtet die Schutzstation eine flexible, kurzfristige Ruhezone ein, um dem rastenden Tier etwas Freiraum und Ruhe zu geben. Bitte bei Sichtungen die Schutzstation anrufen: Tel:04651/881093.

 

LOTHAR KOCH

 

Für mehr NATURSCHUTZ AM ENDE? der Insel Sylt !

Es muß ein Aktionsplan “Odde” her
Gastbeitrag von Lothar Koch in der Sylter Rundschau vom 9.1.2016
Foto: Ralf Meyer, 2015

Foto: Ralf Meyer, 2015. Der 2014 erbaute Wellenbrecher(rects im Bild) macht Naturschützern Sorgen

Ist der Naturschutz am Südende Sylts mit seinem Latein am Ende?
Ein Aktionsplan für das Naturschutzgebiet Hörnum Odde muss her. Sonst droht bald ein Totalverlust der Dünenlandschaft. Viel Zeit zum Handeln bleibt nicht mehr. Eine Win-Win Situation für Sylt und das Welterbe wäre machbar, ganz im Sinne der „Strategie Wattenmeer 2100“ wie sie im Juni 2015 vom Landtag beschlossen wurde. Dazu müssten Gemeinde Hörnum, Landschaftszweck-verband, Touristiker, Küstenschützer und Naturschützer  an einem Strang ziehen, um Ämter und Politik zu raschem Handeln zu bringen.
44 Jahre nach der Unterschutzstellung ist die 157 Hektar Fläche des Naturschutzgebietes an der Südspitze um über 80  Prozent geschrumpft. Wir reden über den Verlust von uralten Heidedünen, die über Jahrhunderte brauchten, um den in Deutschland seltenen tannengrünen Überzug von Krähenbeeren, Silbergräsern und Flechtensteppen zu produzieren.
Die Erosion ist nur teilweise auf den natürlichen Küstenabtrag zurückzuführen. Einen erheblichen Anteil an den Verlusten haben die 1968 eingeführten  betonharten Küstenschutzmaßnahmen für die Kersigsiedlung.
Sicher, der Schutz der Ortslage hat Vorrang, aber muss das auf Kosten des Naturschutzgebietes geschehen?
Abbrüche an der Odde seit Gründung des Naturschutzgebietes in 1972

Graphik: LKN. Abbrüche an der Odde seit Gründung des Naturschutzgebietes in 1972

Ab 2005 begann der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) mit dem Tetrapodenbauwerk zu experimentieren und baute einzelne Bauteile um. Offenbar war dessen Schutzwirkung keine Erfolgsgeschichte. Ganz verabschieden will man sich von den Betonblöcken aber bis heute nicht, wohl weil schon zu viel Geld in diese zweifelhafte Technologie geflossen ist. Statt ganz auf dynamischen Küstenschutz mit Sandvorspülungen umzusatteln, wurde ein neuer Wellenbrecher geplant. Ziel: Besserer Schutz der Kersigsiedlung. Das sollte auch gelingen, aber auf Kosten des Naturschutzgebietes.

Seitdem das Bauwerk steht (2014) sind weitere 25 000 qm Dünen unterge-gangen.  In wenigen Jahren wird das Gebiet vermutlich bis kurz vor den Leuchtturm aufgerieben sein und von einem Betondeckwerk ersetzt werden. Schon jetzt ist klar: der Imageverlust Sylts könnte größer sein, als die eingesparten Landesmittel bei  einseitigem Küstenschutz. Der ökonomische Schaden für Hörnum und ganz Sylt wird folgen.
Was eine natur- und menschenfreundliche Lösung des Problems sein könnte, müssen Ingenieure vorschlagen. Bisher haben die ihr Augenmerk aber nur auf den Siedlungsschutz gerichtet, weil das Land ihnen wegen Sparmaßnahmen auch keinen anderen Auftrag erteilt hat. Um die Erosionsgeschwindigkeit am NSG zu drosseln müsste wohl ein Sandzufluss von Norden her in Richtung Odde wiederhergestellt werden. Könnte das durch Veränderungen in der Form des Wellenbrechers und mit Sandvorspülungen geschehen? Oder durch ein sehr großes Verschleiß-Sanddepot, ähnlich dem „Zandmotor“, der sich in Holland bewährt hat und die Tetrapoden ganz ersetzen würde?
Mit viel, viel Sand würde Hörnum einen breiteren Strand bekommen und die Lebensdauer des Naturschutzgebietes verlängert. Im NSG wäre eine Landschaft mit kleinen Wanderdünen und Strand-Biotoptypen die Folge. Das würde Robben und Vögel im Naturschutzgebiet begünstigen. Ungestörte Bereiche an der äussersten Spitze würde sehr schnell von Robben genutzt werden. Eine intelligente Besucherlenkung mit flexiblen Unterständen zum störfreien Beobachten der Wildtiere könnte den Sinn und Erlebnis-Charakter des Naturschutzgebietes stark aufwerten.
Mit diesem Konzept wäre dann auch ein Paket zu schnüren, dessen Finanzierung aus zusätzlichen Naturschutzmitteln gerechtfertigt wäre. Immerhin fallen jährlich Millionen an Ausgleichsgeldern aus den Sandentnahmemaßnahmen vor Sylt an, die bislang zum Ankauf von Naturflächen am Festland verwendet werden. Auch Ausgleichsmittel aus Windparks stehen zur Verfügung. Da sollten doch ein paar Extra-Aufspülungen für das Naturschutzgebiet an der Sylter Südspitze drin sein!
Es stimmt, der „Patient Hörnum Odde“ würde am „Sand-Tropf“ hängen. Die Natur würde weiter für ein gewisses Maß an Erosion sorgen und ständiger Nachschub wäre notwendig. Die Befürchtung, daß der Sand irgendwo im Watt versinkt ist aber kein Argument mehr. Die vom Landtag verabschiedete Strategie Wattenmeer 2100 fordert sogar künstlichen Sedimenteintrag ins Welterbe. Experten haben berechnet, daß die wichtigen Schlickflächen sonst wegen des Meeresspiegelanstieges für immer „absaufen“ und keinen ökologischen Nutzen mehr haben werden.
Fangen wir doch in 2016 mit dieser Strategie zur Rettung des Wattenmeeres am prominenten Südende Sylts an! Das dient allen: Wattenschutz, Artenschutz, Küstenschutz, Tourismus und der Sylter Heimat.
LOTHAR KOCH

2 vor 12 für das NSG Hörnum Odde

Vielleicht ist es auch schon “nach 12!”?

Am ersten Tag des Jahres wurden wir auf Sylt mit strahlendem Wetter beschenkt. Ich schnappte mir meine Kamera und nutzte die Gelegenheit für eine kleine Zusammenfassung der Sylter-Südspitz-Problematik:

 

Hier unterschreiben: Petition zur Hörnum Odde

Videobeitrag zur Hörnum Odde aus 2012

 

Springzeit an der Odde

Seit 1977 haben wir das erste mal wieder Vollmond zu Weihnachten!

 

Südspitze 25.12.2015, 90 min vor HW

Südspitze 25.12.2015, 90 min vor HW

Vollmond bedeutet ja bekanntlich auch Springtide, also höher auflaufendes Wasser an der Küste. Das geschieht mit einer gewissen Verzögerung zur Mondphase. Der Effekt wird also in den kommenden drei Tagen immer stärker. Zudem wehte in der Nacht vom 24. auf den 25.12. ein mässig stürmischer Wind. Also galt mein Ziel am 1. Weihnachtstag einem Spaziergang zur Hörnum Odde. Ich ging etwa 90 min vor Hochwasser. Die Wellen klatschten bereits über das Tetrapodenlängswerk und südlich davon an die Dünen des Naturschutzgebietes. Wieder fielen viele Meter alte gewachsene Dünenlandschaft den Fluten zum Opfer. Ein reissender Tidestrom frass sich kurz vor Erreichen des Inselendes quer durch den Sand nach Osten und trennte die Restdüne ab.

Die erst vor kurzem aufgestellten Besucherlenkungsmassnahmen der Schutzstation Wattenmeer (Schilder mit dem Hinweis, nur bei Niedrigwasser zu gehen,  und Pferdekoppelbandzäune) wurden von Spaziergängern weitestgehend ignoriert. Kreuz und quer sah man Wanderer durch die Dünenlandschaft irren, Kliffkanten hinunterspringen, stets in der Hoffnung trockenen Fusses einen Rundgang um die Odde zu schaffen.

Morgen soll der Wind nochmals bis zu 46 kt auffrischen.

LOTHAR KOCH