19.9. World Cleanup Day: Müllsammelaktion auf Sylt zum Schutz der Wale und Delfine

21 Millionen Menschen in 180 Ländern haben vor einem Jahr beim World Cleanup Day mitgemacht und mit Müllsammelaktionen ein Zeichen gegen die weltweite Plastikflut gesetzt. Die Wal- und Delfinschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation organisiert dieses Jahr zum World Cleanup Day in Kooperation mit BRITA und der Arche Wattenmeer eine Müllsammelaktion auf Sylt. Und zwar dort, wo der Plastikmüll auf unseren einzigen heimischen und vom Aussterben bedrohten Wal, den Schweinswal, trifft. 

Einmal in den Meeren angelangt, stellen Plastiktüten, -flaschen und -verpackungen eine große Gefahr für die Meeresbewohner dar. Die Tiere verwechseln das Plastik mit Nahrung, verschlucken es, verfangen sich in Plastiknetzen oder nehmen über die Nahrungskette Mikroplastik auf. Leider verenden dabei viele Tiere. Um der Bedrohung entgegenzuwirken, organisiert die gemeinnützige Wal- und Delfinschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC), mit finanzieller Unterstützung durch BRITA, in diesem Jahr zehn Müllsammelaktionen, sogenannte Clean-Ups, an Flussufern in ganz Deutschland. Zum World Cleanup Day, am 19. September, findet die Aktion auf Sylt statt, wo der Müll von den Stränden direkt in die Nordsee gelangt und zur Gefahr für unsere heimischen Schweinswale wird. 

„Mit unseren bundesweiten Clean-Ups möchten wir so viele Menschen wie möglich dafür sensibilisieren, wie viel Müll oft achtlos beim Spazierengehen in die Umwelt geschmissen wird. Besonders heikel sind Abschnitte an Flussufern, denn über die Flüsse wird der Müll letztlich ins Meer getragen und stellt spätestens dort eine große Gefahr für die Tiere dar“, sagt Bianca König, Pressereferentin und Organisatorin der Clean-Ups bei WDC. 

Am World Cleanup Day einen besonderen Fokus auf die Strände zu legen, scheint besonders im Corona-Jahr wichtiger denn je. Der Tourismus hinterlässt bleibende Spuren in der Natur; hinzu kommen aber auch die ersten Herbststürme, die allerlei Treibgut anspülen und Gelegenheit bieten, es vom Ufer zu entfernen. 

„Neben Unterwasserlärm und Fischerei bzw. Beifang sind die Schweinshttp://whales.org/wdc-ziele/meere-schuetzen/plastikmuell-meer/urban-coastal-clean-up-guide/wale in der Nord- und Ostsee insbesondere durch herumtreibenden Plastikmüll gefährdet. Fast 80 Prozent des Mülls im Meer stammt dabei von Land. Je mehr Müll wir also von den Stränden und Flussufern wegsammeln können, desto besser für den Schweinswal“, ergänzt Bianca König und appelliert damit an die Besucher*innen auf Sylt, sich am World Cleanup Day an der Aktion zu beteiligen. 

Engagierte Bürger*innen haben darüber hinaus die Möglichkeit, auf der Website von WDC einen kostenlosen Clean-Up Guide herunterzuladen, um in der eigenen Stadt eine Müllsammelaktion zu organisieren. Mehr Infos, auch zu den weiteren bevorstehenden WDC-Clean-Ups nach Sylt, unter whales.org/wdc-ziele/meere-schuetzen/plastikmuell-meer/urban-coastal-clean-up-guide/. 

WDC Clean-Up auf Sylt: Der Schein trügt – auch wenn Strände auf den ersten Blick sauber wirken, verbergen sich im Sand oftmals Zigarettenstummel, Plastiklöffel, Schraubverschlüsse und weiterer kleinteiliger Müll. © WDC 

Der vom Aussterben bedrohte Schweinswal in der Nord- und Ostsee wird durch herumtreibenden Müll stark gefährdet. Die Tiere verwechseln das Plastik mit Nahrung, verschlucken den Müll und sterben meist an den Folgen. © Steven Hille / funkloch.me 

Die Influencerin heylilahey machte bei einem Clean-Up an der Ostsee (Timmendorfer Strand) ein eindrückliches Video über die Funde. © heylilahey / Link: https://youtu.be/f1rMbqHJYLw 

Über Whale and Dolphin Conservation (WDC) 

WDC, Whale and Dolphin Conservation, ist die weltweit führende gemeinnützige Organisation, die sich ausschließlich dem Schutz von Walen und Delfinen widmet. Gegründet 1987 in Großbritannien sind wir seit 1999 mit einem Büro in Deutschland vertreten. Weitere Büros befinden sich in Argentinien, den USA und in Australien. Im Rahmen von Kampagnen, politischer Überzeugungsarbeit, Bildung, Beratung, Forschung, Rettungs- und Schutzprojekten verteidigen wir Wale und Delfine gegen die zahlreichen Gefahren, denen sie heute ausgesetzt sind. WDC-Wissenschaftler*innen arbeiten in nationalen, europäischen und internationalen Arbeitsgruppen, sind in allen relevanten internationalen Foren vertreten und haben direkten Einfluss auf maßgebliche Entscheidungen zur Zukunft von Walen und Delfinen. Wir sind Ansprechpartner*innen für Medien, Öffentlichkeit und Entscheidungsträger*innen. WDC ist eine als gemeinnützig anerkannte Körperschaft. Wir arbeiten politisch unabhängig und finanzieren uns über Spenden und Stiftungsmittel. Unsere Vision: Eine Welt, in der alle Wale und Delfine in Freiheit und Sicherheit leben. www.whales.org 

Kontakt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: 

Bianca König, bianca.koenig@whales.org, Tel: 06151 78 706 72 oder 089 6100 2395 

Mehr Informationen zu den bundesweiten Clean-Ups 2020 unter: whales.org/cleanup 

Über die Kooperation mit BRITA 

WDC arbeitet bereits seit 2016 eng mit dem Trinkwasserfilter-Hersteller BRITA daran, die Plastikflut in den Flüssen und Meeren zu reduzieren. Die bundesweiten Clean-Ups folgen in diesem Jahr nun auf eine Reihe von Schulbesuchen, ebenfalls unterstützt durch BRITA, bei denen WDC zuletzt mit jungen Schüler*innen über die Plastik-Problematik gesprochen und Lösungen sowie Alternativen aufgezeigt hat. 

Weitere WDC-Aktivitäten auf Sylt 

Auf Sylt hat WDC den komplett plastikfreien Umwelt-Geocache „Schweinswal Ahoi“ erstellt, mit dem man sich auf die Suche nach dem einzigen bei uns heimischen Wal machen kann. Die Caches bieten spannende Hintergründe zum Schutz des kleinen Wals und mit etwas Glück lassen sich Schweinswale sogar von Land aus beobachten! Mehr Informationen unter https://de.whales.org/wdc-ziele/meere-schuetzen/geocaching-sylt-schweinswal/ 

Wir sind daran interessiert, eine gute Beziehung zu Ihnen aufzubauen und Ihnen Informationen zu unseren Aktionen zukommen zu lassen. Deshalb verarbeiten wir auf Grundlage von Artikel 6 Abs. 1 Buchstabe f der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (auch mit Hilfe von Dienstleister*innen) Ihre Daten. Wenn Sie dies nicht wünschen, können Sie jederzeit bei uns der Verwendung Ihrer Daten zum Zweck, Sie zu kontaktieren, widersprechen. Sie können den Widerspruch auch per E-Mail senden an: datenschutz@whales.org. Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie unter whales.org/datenschutzerklaerung. Unsere Datenschutzbeauftragte erreichen Sie ebenfalls unter unserer Anschrift. 

PM von WDC

Sylts wichtigstes Kulturdenkmal verkommt zur Vorgarten-Deko – Heimatverein will klagen

 

An Friesen aus Plastik, die hinter Steinwällen stehen und Autofahrern zuwinken mussten wir uns bereits gewöhnen. Jetzt hat der Bauherr eines Apartmenthauses in Wenningstedt bald etwas Besseres zu bieten. Dekorativ steht vor seinem Vermietobjekt demnächst ein 5000 Jahre altes Megalithgrab- eines der größten Deutschlands. Das liegt daran, dass sämtliche Behörden bis hin zum Archäologischen Landesamt den Neubau in unmittelbarer Nähe zugelassen haben. Der Heimatverein will jetzt erneut gegen die Abweisung seiner ersten Klage klagen.

Presseinformation der Sölring Foriining

Der erweiterte Vorstand der SÖLRING FORIINING e.V. hat beschlossen, die Abweisung eines Eilrechtsschutzverfahrens über den Beginn eines Bauvorhabens in unmittelbarer Nähe des Steinzeitgrabes Denghoog in Wenningstedt durch die 8. Kammer des Schleswig-Holsteinischen Verwaltungsgerichtes nicht zu akzeptieren und weitere Rechtsmittel einzulegen. 

Entwürdigung eines 5000 Jahre alten Kultplatzes durch Appartement-Neubau

Auf dem Nachbargrundstück des im Besitz der Sölring Foriining befindlichen Großsteingrabes Denghoog soll seit Frühjahr 2019 eine Baustelle für die Entstehung eines Appartementhauses eingerichtet werden. Der Verein wehrt sich dagegen und hatte deutschlandweit bereits 6000 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt. 

Aufgrund des drohenden Baubeginnes und der Tatsache, dass der im September 2019 durch die Sölring Foriining bei der Unteren Baubehörde des Kreises Nordfriesland gestellte Widerspruch zur Baugenehmigung bis heute noch nicht beschieden ist, hatte der Verein das o. g. Eilrechtsschutzverfahren beim Verwaltungsgericht mit dem Ziel, den Beginn der Bauarbeiten bis zu einer endgültigen Entscheidung ruhen zu lassen, gestellt. Dieser Antrag ist nun abgewiesen worden. 

Denghoog zur Wintersonnenwende, Foto: L.Koch

Aus Sicht des Vorstandes der Sölring Foriining ist es sehr bedauerlich, dass die Kammer nach rein baurechtlichen Gesichtspunkten entschieden hat und dem vom Verein beauftragten und beigefügten denkmalfachlichen Gutachten über die Minderung der Ausstrahlungswirkung des 5000 Jahre alten Megalithgrabes durch das geplante Appartementhaus mit acht Parkplätzen und einem überdimensionierten Keller von 150 % der Grundfläche des Gebäudes nicht berücksichtigte. Laut Beschluss sieht die Kammer die Baugenehmigung denkmalschutzrechtlich gewürdigt und beruft sich auf die Anordnung archäologischer Untersuchungen und auf die Anbringung von Sensoren zur Schwingungsmessung der umfangreichen Erdarbeiten für die fast 700 m² große Baugrube. 

Nach Ansicht des Verwaltungsgerichtes ist die denkmalschutzrechtliche Genehmigung durch das Archäologische Landesamt nicht zu beanstanden, obwohl nachweislich während der Aufstellung des B-Planes Nr.7 weder von der unteren Denkmalschutzbehörde in Husum noch vom Archäologischen Landesamt in Schleswig denkmalschutzfachliche Festsetzungen zum Schutze des Denkmals erfolgten. Der Denghoog findet in den sogenannten Rückläufern aus diesen Behörden nicht einmal Erwähnung. 

Eine fehlerhafte Ermessensentscheidung will das Gericht nach summarischer Überprüfung in diesem Eilverfahren dennoch nicht erkannt haben und schreibt im Beschluss, denkmalrechtliche Belange seien abgewogen worden. Diese Ansicht wird vom Vorstand des Vereines nicht geteilt. 

Das Verwaltungsgericht beruft sich auf die aktuellen Aussagen des ALSH, nach dem das geplante Haus zwar etwas größer, aber von den Ausmaßen „noch vertretbar“ sei. Eine Landschaftswirkung sei für die Besucher ohnehin nicht gegeben. Der belaubte Grünstreifen Seite 2 von 3 

sichere den Erlebniswert. Die Abholzung von einigen Bäumen habe hier keine Wirkung. Das Denkmal sei dadurch nicht betroffen. 

Dem steht entgegen, dass seit der Abholzung des südlichen und westlichen Grüngürtels um das Baugrundstück bereits mehrere der hohen Bäume, die als Sichtschutz laut Auflage stehen bleiben sollen, durch die Entstehung einer neuen Windschneise abgängig sind. Dieser zu erhaltende Baumbestand wird unweigerlich durch Weststürme auch weiter dezimiert werden. Der Denghoog wird aus Sicht der Betroffenen als das für die Insel so wichtige Zeugnis früher Besiedelung damit unweigerlich zum Vorgarten eines Appartementhauses. 

Auch der von der Grundstücksgrenze des Denghoog nur 3 m entfernte Parkplatz und der damit verbundene ständige Autoverkehr durch acht Fahrzeuge der Bewohner und diverser Zulieferer, Post und Müllabfuhr direkt neben dem Denkmal sieht das Gericht nicht als Belastung für einen würdigen Museumsbetrieb des Grabes und verweist auf eine „Verbesserung“, da die Zufahrt zum geplanten Appartementhaus nun weiter entfernt läge. Man muss zu dieser Aussage wissen, dass der Pensionsbetrieb im Altgebäude seit 1978 eingestellt wurde und somit nur noch die Müllabfuhr den Weg nutzte. 

Der Vorstand der SÖLRING FORIINING bezieht sich nun auf das Votum der letzten Mitgliederversammlung am 28. März 2020 und wird Beschwerde gegen das Urteil beim Oberverwaltungsgericht einlegen, um dem überregionalen Wert dieses Kulturdenkmales gerecht zu werden und sein Erscheinungsbild für die Insel und folgende Generationen zu sichern. 

Die mit einer Klage verbundenen Kosten stellen für den Verein eine große finanzielle Bürde dar. Der Vorstand bittet alle Sylter und Freunde der Insel um Unterstützung im Kampf um die Unversehrtheit und das würdige Erscheinungsbild des Steinzeitgrabes Denghoog. Jeder Beitrag hilft. 

Kontonummer: Sylt Bank IBAN DE51 2179 1805 0000 0042 51 

Sölring Foriining

Rätselhaftes Heringssterben an der Nordseeküste

An mehreren Orten an der deutschen Nordseeküste werden seit einigen Tagen vermehrt tote Fische im Spülsaum gefunden. Wie das Strandfundeportal „BeachExplorer.org“ meldet, sind vor Cuxhaven, Büsum, Eiderstedt und Nordstrand seit dem Mittsommerwochenende teils Hunderte von toten oder geschwächten Jungheringen angeschwemmt worden. Fachleute rätseln derzeit noch über die mögliche Todesursache. „Das Meerwasser ist nur etwa 20 Grad warm und Heringe weichen vor Überhitzung normalerweise in tieferes Wasser aus“, berichtet Biologe Rainer Borcherding von der Schutzstation Wattenmeer. Möglicherweise seien die nur wenige Monate alten Tiere in Kontakt mit giftigen Algen gekommen, die sich auf Grund der warmen Witterung zu entwickeln beginnen. Proben der toten Jungheringe wurden genommen. Die Ergebnisse der Analysen sollen in einigen Tagen vorliegen.

Tote Heringe im Spülsaum von St.Peter Ording

Heringe laichen im Februar in 40 – 60 Meter tiefem Wasser ab. Aus den Larven entwickeln sich Jungfische, die mit drei Zentimeter Körperlänge ihren Eltern gleichen. Geschlechtsreif werden Heringe nach drei bis sieben Jahren. 

Meldungen von Totfunden bitte an das Strandfundeportal BeachExplorer.orghttps://www.beachexplorer.org/

Text und Fotos: Schutzstation Wattenmeer, Rainer Schulz

Die Zeit ist reif für SYLTOPIA

Syltopia – der utopische Roman wird jede Woche aktueller, nicht nur wegen des drastischen Wandels, den wir gerade erleben, sondern auch, weil die Bürgermeisterwahl auf der Insel Ende des Jahres wieder in die heisse Phase geht. Bereitet euch vor , lest euch ein und lacht euch durch die Krise!

PS: dieser Roman ist besonders für SyltliebhaberInnen geeignet, aber auch übertragbar auf jede andere Ferienregion und letztendlich auf unsere ganze Gesellschaft. Bestellungen möglichst direkt bei ClarityVerlag.de. Mehr zum Inhalt auch hier : http://www.syltopia.de/?page_id=23

Corona: High Noon auf Sylt

Wenn nicht die Radfahrer und Fussgänger weitgehend fehlen würden, hätten wir auf Sylt jetzt das, was viele sich wünschen: Kaum Autoverkehr, keine Parkplatzprobleme, kostenlosen Busverkehr, eine Stille, die Vogelgezwitscher wieder hörbar macht, saubere Strände, entschleunigten Tagesablauf, Fokus auf das Wesentliche, statt auf Kommerz. Geniessen wir es, lassen wir es tief rein und hoffen wir darauf, dass es zum Bewusstseinswandel führt, der nach der Krise für Veränderung in eine authentische, nachhaltige positive Richtung für unser Eiland führt. Fotos, L.Koch: Heute morgen am Rantumer Strand und Infotafel über Veranstaltungen auf Sylt.

Rantum Beach mit Sölring Hof
Anzeigetafel für Veranstaltungen
12 Uhr bei bestem Wetter – Friedrichstrasse
Rantum Strand