Rote Wolken im Badewasser sind ungefährlich

rosa Wolcken von Noctiluca scintillans

dieser Tage am Sylter Strand spazierengeht, oder bereits zu den Mutigen gehört, die sich angesichts der für Juli recht niedrigen Temperaturen doch schon ins Wasser traut, kann auf rosafarbene „Wolken“ im Wasser treffen, die sich bei ruhiger See (v.a. Ostwindlage) gern in Strandtümpeln und Prielen, oder direkt im Spülsaum bilden.

Dabei handelt es sich um sehr hohe Konzentrationen des einzelligen Dinoflagellates Noctilica scintillans. Die  Panzergeisseltierchen vermehren sich in nährstoffreichem Wasser unter bestimmten Wetterbedingungen besonders schnell und färben ihre Umgebung mit Stoffwechselprodukten rötlich. Durch Strömungen kann es dann geschehen, daß das Plankton an besonders ruhigen Stellen zusammengeschoben wird und das Wasser rosa-milchig eintrübt. Dieses als „Rote Tide“ bekannte Phänomen ist an unserer Küste ungefährlich, da die Stoffwechselprodukte von Noctiluca für den Menschen harmlos sind. In anderen Regionen der Welt werden Rote Tiden von anderen Einzellern hervorgerufen, die durchaus gesundheitliche Schäden hervorrufen können, wenn sie geschluckt werden.

Noctiluca scintillants gehört jedoch zu den besonders beliebten Meeresorganismen an unseren Stränden: schließlich verursachen die faszinierenden Einzeller das berühmte Meeresleuchten, welches an wenigen Sommerabenden nach Sonnenuntergang besonders bei Liebespaaren romantische Gefühle auslöst. Dafür ist es jedoch jetzt noch zu früh: Erstens wird es erst weit nach Mittagnacht so richtig dunkel und Zweitens ist es noch in diesem Jahr noch  viel zu kalt für romantische Nachtbäder mit Meeresflimmern.

Lothar Koch

 

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